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17.08.08

Wann sich das Teilen lohnt  

Car-Sharing im Elztal erlebt zur Zeit einen kleinen Boom – Auch Firmen beteiligt 

Von Katja Rußhardt

Ursula Hilpert und Dirk Agelek sind die jüngsten Neuzugänge bei Car-Sharing Zweitälerland. Seit sechs Wochen teilen sie sich vier rote Daihatsus und einen geräumigen Opel Astra mit anderen Nutzern. „Wir haben von der ersten Stunde an gute Erfahrungen gemacht“, bilanziert die Unternehmerin aus Waldkirch. Wegen der steigenden Kosten für Benzin und Diesel sind allein in diesem Jahr bereits zehn Elztäler dem Verein beigetreten – so viele wie nie zuvor. Car-Sharing Zweitaelerland Bild: Katja Rußhardt
Bildquelle: Katja Rußhardt
Vier Daihatsus und ein Opel Astra stehen abfahrbereit: Ursula Hilpert und Dirk Agelek sind neu dabei, Klaus Tobaschus ist der Vereinsvorsitzende von Car-Sharing Zweitälerland (von links).
Einer der Stellplätze liege fast vor ihrer Haustür und sei in kürzester Zeit zu Fuß erreichbar, berichtet Ursula Hilpert. „Wer sein Auto abgibt, denkt, dass es nun unmöglich sei, mal schnell von A nach B zu fahren. Das ist falsch, denn man bleibt auch mit geliehenem Auto mobil“, erklärt sie und rät Unentschlossenen zum Ausprobieren. Allzu groß ist die Neugier offenbar nicht: „Wir haben auch schon Schnuppermitgliedschaften angeboten, doch es wurde kein Gebrauch davon gemacht“, sagt der Vereinsvorsitzende Klaus Tobaschus. Offensichtlich sei es so, dass man sich bereits vorher für Car-Sharing entscheide oder eben nicht.

„Ich war von der Grundidee begeistert, dass nicht einer ein Auto hat, sondern sich acht Leute eines teilen. Und habe jetzt erfahren, dass es auch tatsächlich klappt“, erklärt Dirk Agelek, Unternehmensberater aus Waldkirch. Selbstbewusst fährt er mit dem feuerroten Japaner – bedruckt mit dem Car Sharing-Logo – auch bei Kunden vor. Fahrten zu Terminen im Basler Umland kombiniert er mit einer Zugfahrt und steigt am Bahnhof in ein Auto der Schweizer Car-Sharing-Organisation „Mobility“ um. „Das Car-Sharing-Netz ist dort noch erheblich dichter“, lobt Agelek und wünscht sich auch in Deutschland ein „grundsätzliches Umdenken“ und deutliche Zuwächse.
Die kann es nur geben, wenn die Beziehung zum fahrbaren Untersatz auch tiefenpsychologisch hinterfragt wird. „Selbst Pensionäre mit einer kleinen Rente halten trotz finanzieller Belastung an ihrem Auto fest, weil es für sie Lebensqualität, Freiheit und Selbstständigkeit bedeutet“, weiß Klaus Tobaschus und rät, die eigene Situation mit der jährlich erscheinenden ADAC-Autokostentabelle zu überprüfen, die Angaben für sämtliche Autotypen enthält und auf einer Leistung von 15000 Kilometer pro Jahr basiert. „Fahre ich lediglich 8000 Kilometer, so ist Car-Sharing sicher kostengünstiger“, rechnet Tobaschus und ergänzt: „Wir sind kein Wirtschaftsunternehmen mit Gewinnmaximierung, sondern ein ökologisch ausgerichteter Verein.“ Vielfahrern rate er, frühzeitig mitzuteilen, wenn weite Fahrten geplant sind. Dann könne er ihnen beispielsweise für einen Termin in Hamburg vor Ort ein Car-Sharing Auto reservieren lassen, was dann meistens direkt am Bahnhof zur Weiterfahrt bereit steht.

Von 7 auf 86 Mitglieder „Die Hälfte unserer Mitglieder hat den Zweitwagen abgeschafft, die andere Hälfte hat kein eigenes Auto mehr oder nie gehabt“, berichtet Tobaschus. Seit der Gründung im Jahr 1992 mit sieben Mitgliedern und einem alten Opel-Kadett ist der Verein auf 86 Fahrberechtigte angewachsen, darunter die Waldkircher Firmen Faller und der Bio-Partyservice Wöhrle. Gefahren wird mit fünf Autos, von denen vier mit einer CO2-Emission von 118 Milligramm pro Kilometer sogar unter der zukünftigen EU-Norm von 120 Milligramm liegen.
Drei in Waldkirch, eins in Kollnau, ein weiteres in Bleibach – auch Windener und Elzacher würden gerne mit der Car-Sharing-Flotte fahren. Für Klaus Tobaschus sind die Bedingungen hierfür jedoch nicht gegeben: „Als Vereinsvorstand, der mit seinem Privatvermögen haftet, muss ich leider sagen, dass ein Auto dort für unseren Verein erst Sinn macht, wenn sechs bis sieben Mitglieder einen monatlichen Umsatz von 150 bis 200 Euro garantieren können.“ Ansonsten zahlten die anderen Mitglieder drauf, um die monatlichen Fixkosten dieses zusätzlichen Autos zu finanzieren.
Mehr Mitglieder ist gleich bessere Infrastruktur, heißt die Gleichung. Das Car-Sharing-Netz in einigen europäischen Ländern wie der Schweiz, Österreich, Holland, Dänemark, Nordspanien und Norditalien ist jedenfalls schon so dicht, dass es sich sogar lohnt, per Sondertarif stressfrei mit dem Zug zum Zielort zu fahren und dort in eines der Leihautos umzusteigen.
Quelle: Der Sonntag


01.08.08

Zulauf zum Car-Sharing-Verein

ELZTAL (sti). Die steigenden Benzinpreise lassen offenbar mehr Menschen darüber nachdenken, ob sie in ihrer Familie ein Auto benötigen: Seit Januar sind zehn neue Mitglieder in den Car-Sharing-Verein Zweitälerland eingetreten und teilen sich nun insgesamt 84 Fahrtberechtigten die Autos. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage und der Eintritte lag die Auslastung der vier Fahrzeuge häufiger über 20 Prozent, was für den Verein Anlass war ein fünftes Fahrzeug anzuschaffen (drei stehen inWaldkirch, eins in Kollnau, eins in Bleibach), damit es nicht allzu oft zu Überschneidungen der Fahrtwünsche kommt. Die fünf Fahrzeuge produzieren zusammen etwa 640mg CO2. Neue Nutzer sind unter anderem zwei Jungunternehmer und zwei Bankangestellte.

Quelle: Badische Zeitung vom 01.08.08

csz

Bildquelle: S.Timm

18.01.08

Erste Ehrenmitgliedschaft für Ingrid Stratz

In einer kleinen Feierstunde ehrte der fast vollständig vertretene Gesamtvorstand des CSZ die Gründungsmitglieder Alfred Stratz (links) und Peter Joswig (Mitte hinten) für 15 Jahre treue und engagierte Mitgliedschaft im Car-Sharing-Verein.

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Weiterführende Links:

 
www.badische-zeitung.de